Geschichte

Gesamtansicht der Villa Bleichert, ca. 1925 Foto: Tiedemann, Privatarchiv Dr. Manfred Hötzel
Gesamtansicht der Villa Bleichert, ca. 1925
Foto: Tiedemann, Privatarchiv Dr. Manfred Hötzel

1881: Adolf Bleichert, Firmenhaber der Drahtseilbahnfabrik Adolf Bleichert & Co., kauft das Wohngrundstück gegenüber dem eigenen Betriebsgelände in der Lützowstraße

1890/1891: Abbruch der alten Villa, Bau der „Villa Hilda“, benannt nach Adolf Bleicherts Frau Hildegard
1927: Erwerb des Grundstücks durch den Kaufmann Karl Mende von der Erben der Familie Bleichert, Wohnsitz der Familie Mende

1952: Enteignung Karl Mendes, Verurteilung zu sechs Jahren Zuchthaus durch das Landgericht Leipzig

1954: Grundstück wird zum Volkseigentum erklärt, Rechtsträger wird der Rat der Stadt Leipzig

1953/54: Nutzung als Internat für Studenten des Bauwesens und als Kinderheim für „80 schwererziehbare Mädchen“

1956: Übergabe an den VEB Verlade- und Transportanlagenbau Leipzig (ehem. Bleichert-Werke) als Betriebskulturhaus, Namensgebung: Klubhaus „Heinrich Budde“

1993: Rückgabe an die Erben Karl Mendes, Kauf durch die Stadt Leipzig auf Initiative Leipziger Bürger und den Bürgerverein Gohlis e. V.

1993: Wiedereröffnung als Soziokulturelles Zentrum „Heinrich-Budde-Haus“, Betreiber ist der Förderverein Heinrich-Budde-Haus e. V.

2014: Insolvenz des Fördervereins Heinrich-Budde-Haus e. V., Verwaltung durch das Kulturamt der Stadt Leipzig

2017: Betreibung als „Budde-Haus – Soziokulturelles Zentrum Leipzig-Gohlis“ durch den
FAIRbund e. V. nach einer Ausschreibung durch das Kulturamt der Stadt Leipzig


Warum heißt das Budde-Haus eigentlich Budde-Haus?

Heinrich Budde

Namensgeber ist Heinrich Budde (geb. 1887 in Dorsfeld bei Duisburg).

Er war mehrere Jahre Ingenieur in der Drahtseilfabrik Adolf Bleichert & Co. Während einer Luftschutzwache 1943 spricht Heinrich Budde im Kollegenkreis über seine politischen Ansichten, daraufhin wird er bei der Gestapo angezeigt.

Im Februar 1944 wird er zu sieben Jahren Zuchthaus wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt. Das Urteil wird im Oktober 1944 vom Volksgerichtshof zur Todesstrafe umgewandelt, Heinrich Budde im November 1944 hingerichtet.

Zu seinem Gedenken als Opfer des Nazi-Regimes wird 1945 die Beaumontstraße in Leipzig-Gohlis in Heinrich-Budde-Straße umbenannt. 1956 gibt der VEB Verlade- und Transportanlagenbau Leipzig (ehem. Bleichert-Werke) seinem neuen Betriebskulturhaus den Namen „Klubhaus Heinrich-Budde“.